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Schreikranich-Portrait

Vogel.info

Der Schreikranich -
einer der seltensten Vögel der Welt

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Hier entsteht eine Seite über die seltenen amerikanischen Schreikraniche (Grus americana). Es ist die mit Abstand seltenste Kranichart und weltweit einer der seltensten Vögel überhaupt.

Die Kraniche sind umgezogen nach
Kraniche.info
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Aber es ist auch die Geschichte eines wichtigen Erfolgs im Kampf gegen das Aussterben einer Tierart: Von nur einem guten Dutzend der schönen Tiere Anfang der 1940er Jahre ist der Bestand durch aufwendige Schutzmassnahmen in Verbindung mit einen gezielten Zuchtmanagement heute wieder auf etwa 530 Vögel angewachsen. Etwa 160 von ihnen leben in Menschenobhut, die freilebenden Schreikraniche verteilen sich auf 3 Teilpopulationen.

Ohne die Nachzuchten in Menschenobhut gäbe es wahrscheinlich keine Schreikraniche mehr.

Schreikranich

Vogel.info informiert über das Freileben und die Haltung und Vermehrung (Zucht) der Schreikraniche in Menschenobhut. Schreikraniche können Sie nirgendwo in Deutschland und noch nicht mal in Europa sehen, der Bestand in Menschenobhut (etwa 160 Exemplare) befindet sich nahezu ausschliesslich in Amerika.

Der Zoo von Calgary in der kanadischen Provinz Alberta ist eines der wichtigsten Zuchtzentren und eine kleine Gruppe gibt es im Zoo von San Antonio in Texas. Angeblich gibt es auch welche im Zoo von Milwaukee.
Die alles entscheidende Rolle spielt allerdings das Patuxent WRC (Patuxent Wildlife Research Center) im US-Staat Maryland, etwas südlich von Washington DC.

Es ist eine fast rein weisse Kranichart, deren schwarze Handschwingen nur im Flug zu sehen sind. Der Kopf zeigt eine schwarze Färbung am Schnabelgrund und wie mehrere Arten der Gattung Grus haben die Vögel ein unbefiedertes rotes Krönchen auf dem Kopf.

Wie auch unsere deutlich kleineren Graukraniche bleiben die großen weißen Amerikaner in lebenslanger Einzelehe zusammen. Ihre eindrucksvollen Tänze führen sie zu jeder Jahreszeit auf; sie dienen nicht nur der Paarfindung, sondern auch der Bindung, der Festigung der Beziehung zwischen den Partnern.

Amerikanischer Schreikranich

Das Trompeten ähnelt stark dem unserer einheimischen Graukraniche und wird gerne im Duett vorgetragen. Dabei beginnt ein Vogel und der andere fällt sofort ein, so dass es zu einem fast synchronen Doppelruf kommt.

Von den 3 freilebenden Teilpopulationen ist die eine standorttreu, die Kraniche ziehen also nicht in ein Winterquartier. Dabei handelt es sich um eine künstlich angesiedelte Population in Florida; dieses Verhalten entspricht aber durchaus dem ursprünglichen Verhalten der Vögel.

Die anderen beiden Gruppen sind Zugvögel.

Schreikraniche gehören zu den Vogelarten, die die richtige Zugroute in ihr Winterquartier erlernen müssen. Den in Menschenobhut erbrüteten Tieren wird deshalb per Ultraleichtflugzeug der sichere Weg in die Winterquartiere gezeigt. Die Russen machen das mit ihren Mandschurenkranichen übrigens genauso.

Auch bei der Aufzucht gibt man sich viel Mühe und vermeidet die Fehler, die unverständlicherweise in deutschen Zoos und Vogelparks immer noch gemacht werden:
Um eine Fehlprägung der Kranichküken auf den Menschen zu vermeiden, erfolgen die Pflege und Fütterung der jungen Kraniche mit Hilfe von Kranich-Attrappen: Die Jungen bekommen keinen Kontakt zu den Menschen, niemand schmust rum mit ihnen (denn kleine Kraniche sind ja soooo süss!), niemand bemüht sich darum, sie zahm zu machen, sondern sie sollen zu Vögeln heranwachsen, die in der Lage sind, sich selbst zu versorgen, vor Feinden zu schützen, die selbst in artgerechter Weise ihre Partner suchen und irgendwann auch wieder selbst in freier Wildbahn brüten.

Trotz des vorbildlichen und erfolgreichen Managements des kleinen Schreikranich-Bestands gibt es natürlich jede Menge Probleme: Zusammenstöße mit Starkstromleitungen und Windrädern sind ein wichtiger Grund für die Verluste, Abschüsse durch Wilderer ein weiterer. Durchschnittlich werden jedes Jahr 3 Schreikraniche geschossen!

Die Amerikaner meinen es allerdings ernst mit dem Schutz ihres "2. Nationalvogels": Im Frühjahr 2013 wurde ein Wilderer zu einer Strafe bzw. Wiedergutmachung von 85.000 Dollar verurteilt, weil er einen Schreikranich getötet hatte. Ein ziemlich gutes Urteil: Etwa 85.000 Dollar entspricht den Kosten der Aufzucht und Auswilderung eines Vogels.


Dieser Beitrag über Schreikraniche wird noch ergänzt bzw. fortgesetzt.


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