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Warum
werden Vögel durch Ringe oder Mikrochips gekennzeichnet?
Vögel, die
in Menschenobhut gehalten werden, aber auch etliche Wildvögel
tragen Ringe aus Aluminium um den Lauf, auf denen meistens eine
Nummer eingraviert ist. Warum werden die Vögel so gekennzeichnet?
Die wichtigste
Form der Kennzeichnung von Vögeln ist die Beringung. Bei
einigen Arten ist das kaum möglich, z.B. bei Mauerseglern, Kolibris
und Pinguinen wegen der Anatomie ihrer Füsse. Solche Arten werden
entweder gar nicht gekennzeichnet oder durch irgendwelche anderen
Marken (z.B. bei Pinguinen durch klammerartige Markierungen an
den Flossen). Die Entwicklung der Mikorelektronik führt
ausserdem dazu, dass die Beringung immer mehr ersetzt wird durch
die Implantation von Mikrochips.
Die Kennzeichnung
von Vögeln (und auch vielen anderen Tieren) dient einerseits der
Erforschung vor allem der Wanderwege dieser Arten und zweitens
als Herkunftsnachweis.
Wenn Sie einen
wild lebenden Vogel mit einem Ring beobachten, ist das i.d.R.
ein Tier, das von einer Vogelwarte beringt worden ist,
um die Wanderwege der Art zu erforschen. Die Mitarbeiter der Vogelwarten
fangen dazu an speziellen Plätzen mit Netzen und anderen Fanggeräten
Zugvögel zur wissenschaftlichen Beringung ein.
Die Tiere
werden genau vermessen und gewogen, auf ihren Gesundheitszustand
hin untersucht und gekennzeichnet. Wird dieser Vogel zu irgendeiner
anderen Zeit und an irgendeinem Ort wieder gefangen oder tot gefunden,
kann anhand der Ring-Nummer genau festgestellt werden, wo und
von wem der Vogel gekennzeichnet wurde.
Da Vögel oft
in Gruppen oder Schwärmen fliegen, zumindest aber die meisten
Exemplare einer Art denselben Zugweg nehmen, kann man anhand der
Wiederfunde verschiedener Exemplare derselben Art das allgemeine
Zugverhalten der jeweiligen Vogelart ergründen.
Auf diese
Weise wurde z.B. festgestellt, dass Störche zwei unterschiedliche
Routen in ihre Winterquartiere in Afrika nehmen: Die "Ostvögel"
fliegen über die Türkei und Israel, die "Westvögel" über Gibraltar.
Die Beringung
ist nicht unumstritten: Der Fang ist mit erheblichem Stress
für die Tiere verbunden, der Aufwand gross im Verhältnis
zur Zahl der gemeldeten Wiederfunde. Schlimmer ist, dass zeitweilig
(als sich der Sinn der Beringung noch nicht überall auf der Welt
herumgesprochen hatte) von Vogeljägern besonders gerne
die beringten Vögel geschossen wurden, um der Wissenschaft einen
Dienst zu erweisen . . .
Neben der
Beringung durch Fang erwachsener Exemplare ist die Kennzeichnung
der Jungvögel im Nest verbreitet. Das ist natürlich nur bei
grossen Arten möglich, bei denen man die Nester findet und während
der Brut kontrollieren kann.
Die Vogelringe
sind natürlich je nach beringter Art grösser oder kleiner. Bei
grossen Arten kann man aber mit guten optischen Geräten (Spektive)
die Ringnummern schon bei der Beobachtung der Vögel erkennen,
ohne dass diese gefangen werden müssen. Unterstützt wird das durch
die Verwendung verschiedenfarbiger Ringe.
Der zweite
Grund für eine Kennzeichnung von Vögeln ist der Herkunftsnachweis.
Dies spielt z.B. bei Papageien, mittlerweile aber auch für alle
anderen Arten, die in irgendeiner Weise durch die Artenschutzgesetzgebung
kontrolliert werden, eine wichtige Rolle:
Früher ging
es bei der Beringung von Vögeln in Menschenobhut in erster Linie
um die Kontrolle der Psittakose/ Ornithose (Papageienkrankheit),
die auch für Menschen gefährlich sein kann. Heute ist der Grund
überwiegend ein anderer:
Viele Vogelarten
fallen unter die internationalen Artenschutzbestimmungen
(CITES). Ebenso ist die Haltung von fast allen einheimischen
Arten in Deutschland streng reglementiert. Von den Haltungsverboten
ausgenommen sind i.d.R. Exemplare, die nachweislich in Menschenobhut
geboren worden sind.
Dieser Nachweis
wird meistens durch die Beringung erbracht. Dabei werden die Jungvögel
im Alter von wenigen Tagen mit geschlossenen Ringen versehen,
die man beim erwachsenen Tier nicht ohne Beschädigung entfernen
kann und vor allem nicht auf den Fuss von erwachsenen Tieren raufbekommt.
In Verbindung mit einer (z.B. fotografischen) Dokumentation des
Brutverlaufs lässt sich einigermassen nachweisen, dass die Tiere
tatsächlich in Menschenobhut erbrütet wurden.
Letztlich
gibt es bei der Beringung noch den Sonderfall der Brieftauben:
Hier dient die Beringung natürlich vor allem der Rücksendung von
Brieftauben, die sich verflogen haben, an den Halter.
Weitere
interessante Fragen und Antworten zu Vögeln (wird fortgesetzt):
Bis zur Fertigstellung
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